Es ist Zeit einen wundersamen Urlaubstag zu beschreiben.
Ok. Fassen wir den Tag mal zusammen. Morgens Wolken und Sandsturm….was eine Astrid natüüüürlich nicht davon abhält, wacker an den Strand zu marschieren.
Von oben bis unten selbstverständlich mit Lichtschutzfaktor 50 einbalsamiert…weil…man lässt sich doch nicht von so paar Wolken erschüttern. Die machen nur Spaß…bestimmt…ganz sicher…
Ok. 4,5 Stunden später sehe ich aus wie ein paniertes und halbgares (weiß) Wiener Schnitzel und bin komplett durchgeforen.
Erkenntnis des Mittags: die haben doch keinen Spaß gemacht….die Wolken.
Also ab ins Zimmer. Zack…eingeschlafen.
Abends teilt mir…nach 15 Minuten Warteschleife und passender Fahrstuhlmusik…mein Mobilfunkanbieter verbalamputiert mit, dass mein Auslandspaket jetzt mal grad nicht mehr verfügbar sei. Ich würde exakt in das Fusionsfenster von E Plus und Telefonica fallen, aber im November sei alles wieder gut und ganz besonders toll. „NOVEMBER“…höre ich mich bellen. Kaum 20 emotionale Diskussionsminuten später kündige ich meinen Vertrag und schreite aufgeladen wie eine Plastikbluse zum Abendessen.
Inzwischen machen die Wolken wirklich keinen Spaß mehr und um ihre Übellaunigkeit zu unterstreichen schicken sie paar ordentliche Blitze runter.
Essen. Essen hilft.
Auf den Fluren zeigen Warnschilder „Vorsicht. Rutschig!“ dass man hier nicht wirklich auf Regen eingestellt ist.
Ich biege forsch um die Ecke und stehe nahtlos in einer Endlosschlange vor dem Restaurant.
Leider muss ich mir den einzig freien Tisch zuweisen lassen und der steht ganz offensichtlich unter dem Motto „Mittendrin statt nur dabei“
Ich parke mich in die Mitte von 4 nebeneinander geknobelten Zweiertischen ein und grüße verstört meine umliegenden Mitesser. Spätestens als der Kellner die allabendliche Schicksalsfrage „Only ONE (kreisch) Person?“  stellt, ernte ich erste prüfende Blicke der Nachbartische, was mit mir wohl nicht in Ordnung sein könne. Nach einem ersten Abscannen ,wechselt der Blick in tiefes Mitleid.
Pf.
Man muss sich nun die Tischsituation so vorstellen: Zwischen den Tischen ist gerade so viel „Platz“, dass ein Mann mit einer Erektion mal wie selbstverständlich die Suppe umrühren würde und Menschen mit Darmwinden diese Speise in einen lustig blubbernden Whirlpool verwandeln würden. Ich bete nur, dass der Kleber diverser Slipeinlagen hält und ich nicht auf einmal einen gänzlich neuen Tellerbelag stimmungsvoll begrüßen darf.
Inzwischen hat in der Nachbarparzelle eine offensichtlich unkonzentrierte Mampferin verträumt eingeparkt….bis sie plötzlich verschlafen registriert, dass das gar nicht ihre Zelle ist und sich im Kakerlakentempo wieder aus unserer kleinen Fressgemeinde raus operiert.
Apropos Kakerlake. Fritz wohnt jetzt auf meinem Balkon und passt auf meine Wäsche auf. Er hat die Maße eines Super-Tampons und will einfach bei mir sein.
Vielleicht sollte ich ihn morgen mit zum Essen nehmen und dann bei der Frage „Only ONE (kreisch) Person?“  die Bombe platzen lassen.
Der Abend ist noch jung und nachdem die offensichtlich ihrem elektronischen Notenbuch hörige Pianistin „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ angestimmt hat, darf man tatsächlich gespannt sein, was noch so alles an meiner Erholung rumknabbern will
Viele Grüße!

 

Gran Canaria im September 2016